Ownership und Software-Entwickler
Ich als Software-Entwickler fühle mich immer verpflichtet, die Software termingerecht und in guter Qualität zu liefern. Dieses Verpflichtungs-Gefühl wurde durch das vom Management propagierte ownership-Prinzip gefördert. Deshalb hat das Management früher (aber heute nicht mehr) das variable Gehalt eines Software-Entwicklers an die Einhaltung der Termine und des Kostenrahmens geknüpft. Auch aus einen anderen Grund ist es sinnvoll, rechtszeitig auf die Termineinhaltung zu achten. Denn wenn die Termineinhaltung in Gefahr gerät, ist die erste Aussage, die man vom Management hört: dann musst Du halt ein paar (unbezahlte) Überstunden machen.
In der letzten Zeit habe ich aber Zweifel bekommen, ob es wirklich so sinnvoll ist, sich immer so verpflichtet zu fühlen. Denn bei Projektrelevanten Entscheidungen wird man als Software-Entwickler oft übergangen. Diese Entscheidungen werden oft auf Abteilungsleiterebene gefällt, von den Gruppenleitern abgenickt und dann erst an die unterste Ebene kommuniziert, wenn nichts mehr daran zu ändern ist.
Beispiel:
Die Projektleitung hat entschieden, trotz des knappen Ende-Termins noch zusätzliche Features umzusetzen. Als ich davon erfahre, kann ich zwar darauf hinweisen, dass dafür am Last- und Performanz-Test gespart werden muss und es deshalb bei der Live-Schaltung krachen kann, aber es ist zu spät, etwas daran zu ändern.
Der angehängte Comic hat dieses Thema sehr gut auf den Punkt gebracht.

Die Ursachen der Finanzkrise
Die Finanzkrise im Jahr 2008 hat dazu geführt, dass sich die Werte der Aktien im DAX ungefähr halbiert haben. Banken mussten mit Milliaren Euro von Steuergeldern gerettet werden, Firmen sind Pleite gegangen und Menschen haben ihre Arbeit verloren. Was war die Ursache der Finanzkrise?
Vor ein paar Jahren habe ich ein Risikomanagementsystem für eine Bank entwickelt. Dieses Risikomanagementsystem hatte die Aufgabe, die Bank in dem Fall, dass die Märkte turbulent werden, genau vor so einer Pleite zu bewahren. Dazu hat dieses Risikomanagementsystem das Marktpreisrisiko und das Kontrahentenausfallrisiko berechnet. Zur Berechnung des Marktpreisrisikos wurden die historischen Schwankungen der Marktdaten wie z.B. der Aktienkurse der Zinsen und Wechselkurse berechnet. Diese Schwankungsbreiten wurden verwendet, um die möglichen Wertveränderung des Wertpapierportfolios zu simulieren. Das Ergebnis dieser Risikosimulation war eine Zahl, die angibt, dass zu 99 Prozent Wahrscheinlichkeit der Wertverlust des Portfolios in den nächsten 30 Tagen nicht größer als ein bestimmter Betrag ist. Dieser Betrag musste die Bank als Eigenkapital hinterlegen, so dass dieser mögliche Wertverlust problemlos abgefangen werden kann. Der Einsatz eines solchen Risikomanagementsystems war gesetzlich vorgeschrieben. Dieses Risikomanagementsystem wurde auch von einer Aufsichtsbehörde abgenommen. Mehrere Mitarbeiter dieser Bank waren Vollzeit damit beschäftigt, die Daten des Risikomanagementsystems auszuwerten, die Einhaltung der Limite zu überwachen und die Risiken an den Vorstand zu berichten.
Diese Bank ist jedoch trotz des guten Risikomanagementsystems eigentlich Pleite gegangen und wurde zwangsfusioniert.
Wie konnte so etwas passieren? Die Antwort ist, dass diese Bank hochriskante Spekulationsgeschäfte über eine Tochtergesellschaft im Ausland getätigt hat. Die in dieser ausländischen Zweckgesellschaft durchgeführten Spekulationsgeschäfte unterliegen nicht dem deutschen Risikomanagement und wurden deshalb nicht in das Risikomanagementsstem importiert. Hätte man diese Spekulationsgeschäfte in das Risikomanagementsystem importiert, wären dort sofort die roten Ampeln angegangen. Diese Zweckgesellschaft wurde nur gegründet, um die deutschen Vorschriften zu umgehen und hochriskante Spekulationsgeschäfte durchzuführen.
Man kann sich das so vorstellen, dass der Bereichsleiter des Handels mehr spekulieren wollte, um die Chance auf höhere Gewinne zu haben. Die deutschen Vorschriften haben ihn aber daran gehindert. Also hat er dem Vorstand vorgeschlagen, eine Zweckgesellschaft zu gründen. Eigentlich hätte nach der Pleite der Bank die Polizei vorfahren müssen und die Vorstandsmitglieder, die zur Gründung der Zweckgesellschaft unterschrieben haben, in Handschellen aus der Bank führen müssen. Eine Ursache der Finanzkrise ist die Möglichkeit, über Zweckgesellschaften im Ausland Spekulationsgeschäfte durchführen zu können, die nicht in Deutschland überprüft werden, deren Verluste aber in Deutschland getragen werden müssen. Solche Zweckgesellschaften müssen verboten werden. Diese Zweckgesellschaften wurden vor wenigen Jahren durch den Gesetzgeber jedoch explizit durch eine Gesetzesänderung erlaubt worden. Dies sollte erklären, warum weder Banker noch Politiker Interesse daran haben, die wirklichen Ursachen der Finanzkrise aufzuklären. In Zeitungen wird auch keine klare Analyse der Ursachen der Finanzkrise vorgenommen, sondern statt dessen die Sachlage lieber so dargestellt, als ob die Finanzkrise aus den USA herübergeschwappt wäre und man nicht dagegen hätte tun können.
Von der Finanzkrise waren auch Privatleute betroffen. Ein Rentner-Ehepaar hat beispielsweise zu ihrem Bank-Berater gesagt haben, dass sie ihr ganzes Erspartes sicher für ihr Alter anlegen möchten. Der Bank-Berater hat dann das gesamte Geld in Zertifikate angelegt. Diese Privatleute haben die Zertifikate zwar nicht verstanden, aber dem Bank-Berater vertraut. Am Ende waren die Zertifikate wertlos und die Privatleute haben ihr ganzes Erspartes verloren. In einem solchen Fall müsste die Bank für die Verluste haften, da das Ehepaar bei der Beratung klar gesagt hat, dass sie ihr Geld sicher anlegen möchten. Es sollte generell verboten werden, Zertifikate an Privatpersonen zu verkaufen.
Banken vergeben teuere Aufträge an spezialisierte Anwaltskanzleien, die Gesetzesentwürfe schreiben und Entwürfe zur Rettung des Finanzsektors der Politik vorschlagen. Ich habe Zweifel, ob die Politik wirklich aktiv handelt, oder ob sie sich nur von Lobbyisten treiben lässt und nur noch die Gesetzesentwürfe entschreibt, die ihnen von Anwaltskanzleien vorgelegt werden.
Diese Unabhängigkeit der Politik wurde auch durch das sogenannte Seitenwechsel-Projekt beinträchtigt. Ziel dieses Projektes ist, Mitarbeiter von Banken zeitweise im Politikbetrieb arbeiten zu lassen. Diese Mitarbeiter arbeiten dann an den Gesetzesentwürfen mit.
Konkret schlage ich folgende Maßnahmen gegen die Finanzkrise vor:
- Verbot von Zweckgesellschaften, die nur dazu dienen, hochriskante Spekulationsgeschäfte unter Umgehung des deutschen Risikomanagements zu tätigen.
- Verbot des Verkaufs von Zertifikaten an Privatanleger.
- Beraterhaftung für Banken.
- Die Politik muss unabhängiger von den Lobbyisten werden. Die Politik muss die Gesetze wieder selbst entwerfen und schreiben, und nicht einfach die Gesetzesvorschläge von den Lobbyisten und Anwaltskanzleien übernehmen. Das sogenannte Seitenwechsel-Projekt muss gestoppt werden.
- Die Zeitungen müssen besser über die Ursachen der Finanzkrise aufklären und Maßnahmen von der Politik fordern, um solche Dinge in Zukunft zu vermeiden
- Die Banken müssen die nächsten Jahre eine Sondersteuer zahlen, um die durch sie verursachten Kosten wieder zurückzuzahlen. Diese Sondersteuer muss so lange gezahlt werden, bis das Geld vollständig zurückgezahlt ist.
- Die Managergehälter müssen beschränkt werden. Bisher haben die Manager die Möglichkeit, innerhalb eines Jahres mehrere Millionen Euro zu verdienen, wenn die Bank hohe Gewinne macht. Dies hat die Manager dazu verleitet, kurzfristig die Gewinne durch spekulative Geschäfte zu erhöhen, und damit langfristig die Existenz des Unternehmens zu riskieren. Die Manager müssen wieder langfristiger Denken und nicht nur an den Gewinn des aktuellen Geschäftsjahres.
Intellektuelle gegen Blogger und das Internet
Im Feuilleton habe ich gerade eine etwas hetzerischen Artikel eines Artikel gegen Blogger und das Internet allgemein gelesen.
Dieser Artikel ist wohl deshalb so gehässig geraten, weil dieser Feuilleton-Schreiber durch Blogger seine Deutungshoheit und seine Einkünfte bedroht sieht. Mal abgesehen davon, dass dieser Artikel sehr einseitig geworden ist, beleuchtet er doch gut das Verhältniss zwischen Intellektuellen und Bloggern:
1. Die Zeitungen sind Machwerke von Oligarchen, während Blogs eine aniautoritäre Freiheit verkörpern. Der Blogs schreibende Underdog fegt das Establishment weg. Ich habe mich schon öfters gewundert, warum in den Zeitungen oft absolut unkritisch mit den Regierenden und Mächtigen umgegangen wird. Dieser Artikel hat erklärt warum dies so ist. Kein Zeitungsschreiber würde die Oligarchen und das Establishment kritisieren, wenn seine Zeitung einem Milliardär gehört. Weiterhin fliegen die Redakteure gerne im Regierungsflieger mit, wenn der Regierungschef einen Auslandsbesuch macht. Und einen solchen Zugang bekommt man auch nur, wenn man entsprechende gefällige Artikel schreibt.
2. Durch Blogs wird eine breite Teilhabe am gesellschaftlichen Diskurs geschaffen, während die Artikel in den Feuilletons durch Abgehobenheit und akademische Wortakrobatik die meisten Bürger abhalten.
3. Intellektuelle sind Schmarotzer, die nichts arbeiten. Die Intellektuelle wollen durch Bildungshuberei ihren Besitzstand wahren. Dagegen werden Blogger nicht bezahlt und gehen nebenher noch einem richtigen Beruf nach.
4. Die Intellektuellen behaupten, dass nur sie die Zeit und das intellektuelle Niveau haben, um Themen wie z.B. den Bundestagswahlkampf oder den Afghanistankonflikt analysieren zu können. Wenn das stimmen würde, dann stellt sich die Frage, warum die restlichen Menschen denn überhaupt wählen dürfen. Um dies zu wiederlegen, möchte ich meinen nächsten Blog-Eintrag über die Ursachen der Finanzkrise schreiben. Als Entwickler eines Risikomanagementsystems, das eigentlich eine solche Finanzkrise hätte verhindern sollen, kann ich mit Fug und Recht behaupten, dass ich mich mit diesem Thema tausend mal besser auskenne als ein Feuilletonist, der nur schreibt, was der Oligarch, dem die Zeitung gehört, gerne hören würde: nämlich dass die Finanzkrise aus den USA nach Deutschland rübergeschwappt ist und alle Mächtigen in Deutschland daran vollständig unschuldig sind.
Neuestes Logik-Rätsel gelöst
Mit Hilfe des selbst entwickelten Computerprogramms konnte ich das aktuellste Logik-Rätsel lösen.
Dieses Rätsel war diesmal deutlich komplizierter als die vorherigen Rätsel, so dass das Programm das Rätsel nicht alleine geschafft hat, sondern zwei mal eine manuelle Hilfe benötigt hat.
Mal sehen, ob das Programm wenigstens das Rätsel im nächsten Monat ganz von alleine schafft. Ansonsten muss ich das Programm noch um ein paar Logiken erweitern.
Neues Fahrrad bestellt
Ich trage mich schon länger mit dem Gedanken, ein neues Fahrrad zu kaufen. Mein altes Fahrrad ist nach 10 Jahren und 15.000 Kilometern nicht mehr das Neueste und einige Dinge gefallen mir an meinem Rad nicht mehr. Bisher hat mir aber der konkrete Anlass gefehlt, ein neues Fahrrad zu kaufen. Vor allem weil ich nach kurzen Studium des Marktes festgestellt habe, dass es kein gutes Fahrrad für unter 1.000 Euro gibt.
Letzt habe ich auf einer kurzen Fahrradtour am Ende eines Forstweges ein Geräusch gehört, also ob etwas auf den Boden gefallen wäre. Der Daumenhebel der Schaltung war abgefallen. Vermutlich hat sich durch die Erschütterungen auf dem Forstweg eine Schraube gelöst. Ich konnte diesen Daumenhebel zwar wieder montieren, doch eine heruntergefallene Buchse konnte ich nicht wieder finden, weshalb die Schaltung nicht mehr einwandfrei funktioniert. Damit hatte ich den Anlass, ein neues Fahrrad zu kaufen.
Dieses Fahrrad wird in den nächsten Tagen geliefert. Ich freue mich schon darauf, dieses Fahrrad in Betrieb zu nehmen.
Das neue Fahrrad hat eine gefederte Vordergabel und einen gefederten Sattel. Möglicherweise kann man mit dieser Federung bequen über grobe Forstwege drüberbügeln, die vorher mit dem ungefederten Fahrrad anstrengend waren.
Die für mich richtige Rahmengröße und die Möglichkeit, den Lenker schnell mit einem Hebel in der Höhe zu verstellen, sollten hoffentlich dazu führen, dass ich von langen Fahrradtouren nicht wie früher Rückenschmerzen bekomme.
Möglicherweise läuft das neue Fahrrad auch schneller, bei meinem alten Fahrrad war das Tretlager schon etwas ausgeschlagen.
Auf die neuen hydraulischen Bremsen bin auch auch gespannt. Bei meinem alten Fahrrad habe ich mich mittlerweile nicht mehr getraut, die hintere Bremse zu betätigen. Der lange Bremszug nach hinten war nämlich mittlerweile etwas schwergängig, was dazu geführt hat, dass die hintere Bremse nach ihrer Betätigung nicht von alleine wieder in ihre Ausgangslage zurück ging, sondern etwas gestreift hat.
Langfristig möchte ich vielleicht auch mal eine mehrtägige Fahrradtour unternehmen. Vielleicht finde ich mit meinem neuen Fahrrad dazu das richtige Gefährt, um dieses Projekt weiter zu entwickeln.
Ein weiterer Bericht folgt, wenn ich das Fahrrad habe.
War das politisch unkorrekt?
Eben habe ich gerade in der Cafeteria einer Bank das folgende Gespräch mitbekommen.
(Die Verkäuferin in der Cafeteria ist eine Schwarzafrikanerin, die Reinigungskraft die dort putzt ist ein Schwarzafrikaner.)
Da sagt der Kantinenchef zur Verkäuferin: Hier ist gut geputzt. Du darfst deinem Kollegen eine Banane geben.